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Nachruf

Trauer um Renate Holst

Das Sozialgericht trauert um seine ehemalige Direktorin Frau Renate Holst.

Mit großer Bestürzung haben wir die traurige Nachricht vom Tode unserer früheren Direktorin Frau Renate Holst erhalten, welche im Alter von 67 Jahren verstorben ist.

Renate Holst war nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen und Kiel sowie dem Referendariat in Bremen ab 1980 für die Bundesanstalt für Arbeit als Referentin und Arbeitsberaterin tätig, bevor sie 1984 in die Sozialgerichtsbarkeit der Freien Hansestadt Bremen eintrat. Nach Stationen als Richterin am Sozialgericht und am Landessozialgericht wurde Renate Holst im Jahr 2001 Direktorin des Sozialgericht Bremens. In den Jahren 2007 bis 2011 war sie als Lehrbeauftragte an der Universität Bremen tätig. Seit November 2014 war Renate Holst zudem Vizepräsidentin des Deutschen Sozialgerichtstages. Als Direktorin des Sozialgerichts Bremen begleitete sie die Zusammenlegung der Landessozialgerichte Bremen und Niedersachsen zum gemeinsamen Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen im Jahr 2002, die Einrichtung des Fachgerichtszentrums (Finanz-, Verwaltungs- und Sozialgerichtsbarkeit „unter einem Dach“ mit gemeinsamer Verwaltung) im Jahr 2004 und des Justizzentrums (Erweiterung um das Oberlandesgericht und die Arbeitsgerichtsbarkeit) Ende 2008. In ihre Amtszeit fiel Anfang 2009 auch die Verlagerung der Zuständigkeit für Gerichtsverfahren nach dem Sozialgesetzbuch II (sog. "Hartz-IV"), nach dem Sozialgesetzbuch XII (Sozialhilfe) und nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vom Verwaltungsgericht zum Sozialgericht Bremen, welche mit einem enormen Anstieg der Verfahrenseingänge und einer sukzessiven Vergrößerung des Richterkollegiums und der Mitarbeiterzahl insgesamt einherging. Das Amt der Direktorin übte Frau Holst bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Februar 2016 aus. Ihr bundesweites Engagement für das Sozialrecht setzte Frau Holst auch im Ruhestand fort.

Dr. Jörg Schnitzler, ihr Nachfolger als Direktor des Sozialgerichts, sagte: „Die Nachricht vom unerwarteten Tode von Renate Holst hat uns alle sehr betroffen gemacht. Renate Holst war ein kluger, lebensbejahender, immer optimistischer und zugewandter Mensch. Ihre Haltung und ihr Sachverstand haben das Sozialgericht wesentlich geprägt. Wir vermissen sie sehr und werden ihrer mit Hochachtung und Sympathie gedenken.“